Hilfe bei Schmerzen bei und nach einer Krebserkrankung
Schmerzen können bei einer Krebserkrankung auftreten – sie müssen aber nicht zum unvermeidbaren Teil der Erkrankung gehören. Verusacht beispielsweise durch den Tumor selbst, durch Metastasen, Operationen oder andere Behandlungen. Auch unabhängig von der Krebserkrankung können Schmerzen auftreten. Starke oder anhaltende Schmerzen sollten immer angesprochen und behandelt werden. Eine moderne Schmerztherapie kann Beschwerden häufig deutlich lindern und dazu beitragen, Lebensqualität, Beweglichkeit und Selbstständigkeit zu erhalten. Bei besonders komplexen oder schwer behandelbaren Schmerzen können spezialisierte Schmerzzentren eine wichtige Anlaufstelle sein.
Was ist ein Schmerzzentrum?
Schmerzzentren sind auf die Diagnostik und Behandlung komplexer Schmerzen spezialisiert. Dabei arbeiten verschiedene medizinische und therapeutische Fachrichtungen eng zusammen.
Der aktuelle Krankenhausplan des Landes Baden-Württemberg sieht regionale und überregionale Schmerzzentren als Teil der landeseigenen Versorgungsstruktur für die Schmerzversorgung vor. Ihre Aufgabe ist die umfassende und fachkompetente Versorgung von Menschen mit komplexen akuten und chronischen Schmerzen – sowohl bei nicht tumorbedingten als auch bei tumorbedingten Schmerzen.
Die Behandlung soll interdisziplinär, evidenzbasiert und – wenn erforderlich – multimodal erfolgen. Die Zentren arbeiten dabei mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen zusammen.
Regional oder überregional?
Regionale Schmerzzentren übernehmen wichtige Aufgaben in der spezialisierten Schmerzversorgung vor Ort. Sie bieten je nach Standort ambulante, teilstationäre und/oder stationäre Behandlungsmöglichkeiten und arbeiten mit weiteren Einrichtungen der Region zusammen.
Die aktuellen Landesunterlagen bestätigen weiterhin die Kategorie der regionalen Schmerzzentren. Eine aktuelle, vollständig konsolidierte Namens- und Adressliste wird im Krankenhausplan Baden-Württemberg 2026 jedoch nicht veröffentlicht.
Auf der Webseite der Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) können Sie nach einem regionalen Schmerzzentrum in Ihrer Nähe suchen.
Überregionale Schmerzzentren verfügen über zusätzliche spezialisierte Kompetenzen und übernehmen darüber hinaus Aufgaben in Forschung, Lehre, Fort- und Weiterbildung sowie bei der Vernetzung der Schmerzversorgung.
Nach den Angaben des Landes gehören folgende vier Universitätskliniken zu den überregionalen Schmerzzentren Baden-Württembergs::
- Interdisziplinäres Schmerzzentrum | Universitätsklinikum Freiburg
- Schmerzzentrum: Universitätsklinikum Heidelberg
- Schmerzzentrum | Universitätsklinikum Tübingen
- Schmerzzentrum | Universitätsklinikum Ulm
Wann kann ein Schmerzzentrum helfen?
Nicht jeder Schmerz bei einer Krebserkrankung erfordert eine Behandlung in einem spezialisierten Schmerzzentrum. Häufig können Schmerzen bereits durch das behandelnde onkologische Team oder die Haus- beziehungsweise Fachärztin oder den Haus- beziehungsweise Facharzt behandelt werden.
Eine spezialisierte schmerzmedizinische Mitbehandlung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:
- Schmerzen trotz Behandlung bestehen bleiben oder zunehmen,
- verschiedene Schmerzarten gleichzeitig auftreten,
- Nervenschmerzen beziehungsweise neuropathische Schmerzen bestehen,
- Schmerzmedikamente nicht ausreichend wirken oder relevante Nebenwirkungen verursachen,
- Schmerzen Schlaf, Bewegung, Alltag oder Lebensqualität erheblich beeinträchtigen,
- wiederkehrende Schmerzspitzen oder Durchbruchschmerzen auftreten,
- eine besonders komplexe Schmerzdiagnostik erforderlich ist oder
- eine interdisziplinäre beziehungsweise multimodale Schmerztherapie notwendig wird.
Auch bei Tumorschmerzen können spezialisierte Schmerzzentren einbezogen werden. Die baden-württembergischen Qualitätskriterien für Schmerzzentren sehen ausdrücklich sowohl nicht tumorbedingte als auch tumorbedingte Schmerzen als Teil des Behandlungsspektrums vor.
Wie finde ich die passende Einrichtung?
Welches Zentrum geeignet ist, hängt unter anderem von der Art und Ursache der Schmerzen, der notwendigen Behandlung und der Entfernung zum Wohnort ab.
Besprechen Sie die Möglichkeiten zunächst mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Diese können einschätzen, ob eine spezialisierte schmerzmedizinische Behandlung erforderlich ist und welche Einrichtung dafür infrage kommt.
Bei komplexen Beschwerden kann auch eine Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden onkologischen Team, einem regionalen Schmerzzentrum, einem überregionalen Schmerzzentrum und weiteren Fachdisziplinen sinnvoll sein.
Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
Der Informationstext wurde auf Grundlage aktueller beziehungsweise öffentlich verfügbarer Informationen des Ministeriums für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg, des Krankenhausplans Baden-Württemberg 2026, der verfügbaren Informationen der Schmerzzentren sowie medizinischer Leitlinien und Patienteninformationen erstellt.
Stand: August 2026
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