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Krebsverband Baden-Württemberg

Mehr Wissen - Besser Leben

Früherkennung kann Leben retten

Je früher eine Tumorerkrankung durch eine Früherkennungsuntersuchung erkannt wird, desto besser sind die Chancen der Heilung. Dies gilt für viele Krebserkrankungen und es ist so wichtig diese Chancen zu nutzen. Auch wenn sie sich gesund fühlen, schließt dies eine Krebserkrankung nicht aus. Dabei ist zu beachten, dass die Häufigkeit ab dem 45. Lebensjahr deutlich ansteigt. Dies gilt insbesondere auch in jüngerem Alter in jenen Fällen, in denen in der Familie bereits Krebserkrankungen bekannt sind.

Gehen Sie zu den von den Krankenkassen als Standardleistung angebotenen Früherkennungsuntersuchungen!

Die Kosten der Maßnahmen der gesetzlichen Früherkennung werden sowohl von den gesetzlichen als auch den privaten Krankenkassen übernommen.

Brustkrebs

Ab 30
einmal jährlich
Abtasten der Brüste und Achselhöhlen

Ab 50 bis 69
alle 2 Jahre
Mammographie-Screening

Darmkrebs

ab 50
einmal jährlich
Test auf okkultes Blut im Stuhl

ab 55
Wiederholung nach 10 Jahren
Dickdarmspiegelung

Gebärmutterhalskrebs

ab 20
einmal jährlich
Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung
Untersuchung der äußeren & inneren Geschlechtsorgane und Abstrichuntersuchung

Hautkrebs

ab 35
alle 2 Jahre
Hautkrebs-Screening
Inspektion des gesamten Körpers

Darmkrebs

ab 50
einmal jährlich
Test auf okkultes Blut im Stuhl

ab 55
Wiederholung nach 10 Jahren
Dickdarmspiegelung

Hautkrebs

ab 35
alle 2 Jahre
Hautkrebs-Screening
Inspektion des gesamten Körpers

Prostatakrebs

ab 45
einmal jährlich
Abtasten der Prostata
Untersuchung der Geschlechtsorgane und Lymphknoten in der Leiste

Mammographie-Screening

Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust. “Mamma“ ist der lateinische Name für die Brust. “Graphie“ kommt aus dem Griechischen und kann mit Aufzeichnung oder auch Darstellungsverfahren übersetzt werden.
Mit Eröffnung der ersten Mammographie-Screening-Einheit in der Region Stuttgart beginnt am 1. Dezember 2006 nach jahrelanger intensiver Vorarbeit ein flächendeckendes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Etwa 10% aller Frauen in Deutschland erkranken im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, die meisten nach dem 50. Lebensjahr. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
Internationale Studien haben gezeigt: Ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs durch Mammographie für die Altersgruppe der 50 bis 69-jährigen Frauen, das so genannte Mammographie-Screening, kann die Sterblichkeitsrate an Brustkrebs bei einer hohen Teilnehmerquote deutlich reduzieren. Aus diesem Grunde hat der Deutsche Bundestag im Juni 2002 einstimmig gefordert, ein flächendeckendes präventives Mammographie-Screening einzuführen. Grundlagen sind die europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings.
Im Januar 2004 sind die umfangreichen Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen zur Einführung des Screenings in die vertragsärztliche Versorgung in Kraft getreten. Damit haben alle Frauen zwischen 50 bis 69 Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Screening Untersuchung, wenn das Screening in ihrer Region angeboten wird.
Die Zentrale Stelle Mammographie-Screening Baden-Württemberg hat in 2006 ihre vorbereitende Aufgabe aufgenommen.

Darmkrebs-Früherkennung

Polypen und Darmkrebs verursachen im Anfangsstadium keinerlei Beschwerden, wobei es bis zu 10 Jahre dauern kann, bis sich die Krankheit durch körperliche Anzeichen bemerkbar macht.

"Keine Beschwerden – kein Krebs" kann also zu einem tödlichen Fehlschluß führen.

Die gute Nachricht besteht allerdings darin, daß Darmkrebs in diesem frühen Stadium bereits sehr häufig mit dem Auge nicht sichtbares (okkultes) Blut in den Stuhl absondert. Dieses kann in den meisten Fällen mit im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen kostenlos angebotenen Testverfahren erkannt werden.

Tritt das Blut sichtbar auf, ändern sich die Stuhlgewohnheiten, treten Blässe und Blutarmut, Bauchbeschwerden und Gewichtsabnahme auf, so muß der Darm unverzüglich, in idealer Weise durch eine Darmspiegelung untersucht werden.

Welche Früherkennungsmöglichkeiten von Darmkrebs gibt es?

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Es beginnt meist mit gutartigen Darmpolypen

Darmkrebs tritt verstärkt und noch immer zunehmend in Industrieländern auf. Dies lässt darauf schließen, dass neben bekannten örtlichen Faktoren auch die Ernährung sowie die Lebensweise zur Entstehung des Darmkrebses beitragen. So gibt es Erkenntnisse darüber, dass ein Mangel an Obst, Gemüse und Ballaststoffen sowie die Aufnahme vermehrter tierischer Fette (Fleisch, Wurst, Käse) die Krebsentstehung im negativen Sinne beeinflussen. Dies gilt auch für Bewegungsmangel und Darmträgheit. Während etwa 10 % aller Darmkrebse erblich bedingt sind, entstehen die restlichen 90 % über zunächst gutartige Darmpolypen, die im Laufe der Zeit bösartig werden können. Sie rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen ist möglich und die wirkungsvollste Vorsorge.

Darmkrebs ist heilbar

Eine der häufigsten Krebsarten und Todesursachen, der Darmkrebs, ist kein unabwendbares Schicksal mehr. Patienten und potentiell Betroffene sollten die Vorsorgeuntersuchungen auf Darmkrebs, die kostenlos sind, einschließlich der sich eventuell daraus ergebender Zusatzuntersuchungen in Anspruch nehmen.

Früherkennung rettet Leben

Keine Krebsart des Menschen kann so häufig verhindert oder in frühen Stadien geheilt werden, wie der Darmkrebs. Daher sollte jeder die ab dem 50. Lebensjahr kostenlos angebotenen jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen beim Haus- oder Facharzt in Anspruch nehmen. Sie schließen die Untersuchung des Mastdarmes mit dem Finger sowie einen Blut-im-Stuhl-Test ein. Wenn dabei nicht sichtbares Blut nachgewiesen wird, bereits mit bloßem Auge Blut im Stuhl sichtbar ist oder eine Zugehörigkeit zu einer Risikogruppen besteht, sollte heute in aller Regel eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt werden.

Zusammenfassung

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Papierstreifentest

50 bis 54
jährlich
Vorteil:
einfache und unkomplizierte Handhabe
Nachteil:
geringe Sicherheit, mit dem Alter steigendes Restrisiko

Koloskopie (Dickdarmspiegelung)

ab 55
Wiederholung nach 10 Jahren
Vorteil:
sehr große Sicherheit, Entfernung der Vorstufen von Darmkrebs
Nachteil:
aufwendige, etwas unangenehme Untersuchung

Hodenkrebs-Selbstuntersuchung zur Früherkennung

Selbstuntersuchung - aber richtig!

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Männern zwischen 20 und 40 Jahren wird empfohlen, einmal monatlich eine Selbstuntersuchung der Hoden durchzuführen, um einen Hodentumor frühzeitig zu entdecken.

Die Selbstuntersuchung der Hoden ist einfach und benötigt nur wenig Zeit. Legen Sie einen Tag fest, an dem Sie die Selbstuntersuchung monatlich durchführen wollen (z.B. 1. Sonntag im Monat).

Wichtig: Die vorsorgliche Untersuchung der Hoden ist kein üblicher Bestandteil des jährlichen Check-Ups bei Ihrem Hausarzt und daher keine Kassenleistung.

Führen Sie die Selbstuntersuchung nach einer warmen Dusche oder einem warmen Bad durch. Dann ist die Haut des Hodensacks entspannt, so dass die Hoden gut zu tasten sind. Betasten Sie zunächst Hodensack und Hoden mit geöffneter Handfläche von unten, indem Sie die Hand leicht auf und ab bewegen. So bekommen Sie ein Gefühl für die Größe und das Gewicht Ihrer Hoden. Jeder Hoden sollte vorsichtig mit beiden Händen abgetastet werden. Legen Sie dazu Zeige- und Mittelfinger unter den Hoden, die Daumen auf den Hoden. Rollen Sie den Hoden dann zwischen Daumen und Fingern hin und her. So können Sie Unebenheiten oder Knoten leicht ertasten. Versuchen Sie den Nebenhoden zu finden, der für die Speicherung der in den Hoden gebildeten Samen zuständig ist. Er liegt dem Hoden zur Innenseite sichelförmig an und sollte nicht mit einem auffälligen Befund verwechselt werden. Typisch für einen auffälligen Befund ist meist ein schmerzloser Knoten im Hoden selbst. Zum Schluss stellen Sie sich vor den Spiegel und schauen, ob Ihnen eine Schwellung im Bereich des Hodensacks auffällt. Auch diese sollten Sie Ihrem behandelnden Arzt zeigen. Obwohl viele Veränderungen am Hoden gutartig sind, sollten Sie jeden auffälligen Befund zur Abklärung sofort Ihrem behandelnden Arzt mitteilen.

Warnzeichen können sein:
einseitige Schwellung oder Vergrößerung
Schweregefühl oder Ziehen im Hoden
Veränderung der Konsistenz
Gefühlsveränderungen oder dumpfer Schmerz im Hoden
Flüssigkeitsansammlung im Hoden
kleiner, harter aber schmerzloser Knoten auf dem Hoden
Anschwellen oder Schmerzhaftigkeit der Brustdrüsen auf einer oder beiden Seiten