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38. ATO - Tagung in Sigmaringen

Liegt ein Versorgungs(un)gleichgewicht in der Onkologie in Baden- Württemberg vor? Dieser Frage gingen die unterschiedlichsten Berufs- und Selbsthilfegruppen in der Onkologie auf der diesjährigen ATO-Tagung am OSP Sigmaringen nach.

Die Arbeitsgruppen der ATO-Tagung zu insgesamt neun verschiedenen Fachrichtungen, bieten allen im onkologischen Bereich tätigen Personen, vom Geschäftsführer eines Onkologischen Schwerpunktes, niedergelassenen Ärzten bis zur onkologischen Pflegekraft aber auch Selbsthilfegruppen, die Möglichkeit, sich über aktuelle Herausforderungen auszutauschen, Lösungen zu finden, Kompetenzen zu bündeln und Netzwerke aufzubauen.

Als Besonderheit fanden in diesem Jahr nach den Sitzungen der unterschiedlichen Berufs- und Selbsthilfegruppen in der Onkologie vermischte Arbeitsgruppen statt.
Dies bot die spannende Möglichkeit die konträren Bereiche Stadt-Land, Ambulant-Stationär, Arm-Reich und Online-Offline aus den verschiedenen Blickwinkeln aller Fachdisziplinen zu betrachten. In dem moderierten Austausch besprachen Chefärzte, Fachpflegekräfte, Vertreter der Selbsthilfe etc. auf Augenhöhe die Chancen und Herausforderungen der jeweiligen Bereiche. Auf diese Weise konnten viele Lösungsvorschläge für die Verbesserung der onkologischen Versorgung sowie mögliche Projektideen für den Krebsverband gesammelt werden.

Als Höhepunkt der Nachmittagsveranstaltung erfolgte die Verleihung des mit 5.000 EUR dotierten 1. Krebsinnovationspreises durch die Schirmherrin des Preises, Frau Gerlinde Kretschmann an Herrn Prof. Michael Bamberg für sein Lebenswerk.

Mit dem Preis werden herausragende Institutionen, Verbände und Personen ausgezeichnet, durch deren Aktivitäten wesentliche Innovationen in der Prävention, Behandlung und Begleitung von Menschen, die an Krebs erkrankt sind, in Baden Württemberg initiiert wurden. Der Leiter der Universitätsklinik Tübingen, Herr Prof. Bamberg setzte sich nicht nur für die Verbesserung der onkologischen Versorgung in Baden-Württemberg sondern für ganz Deutschland ein.
Der Mitbegründer und Mitglied des Nationalen Krebsplans war jahrelang Vorsitzender des Krebsverbandes Baden-Württemberg. Eine besondere Patientenorientierung und Zuwendung zeichnet ihn im Umgang mit Selbsthilfegruppen und Patienten aus.

 „Qualitätssicherung der Medizin“ kann seiner Ansicht nach „nur mit den Menschen gelingen“.
Neben seiner herausragenden wissenschaftlichen Tätigkeit gehörte für Prof. Bamberg ebenso die Mitarbeit in zahlreichen Fachgesellschaften zu seinem fachlichen Engagement. Ein Großteil dieser Fachzirkel wurde von ihm initiiert und aufgebaut.

So trug er maßgeblich zur Verbesserung der Qualität der Onkologischen Versorgung in Baden-Württemberg durch die Stärkung der Interdisziplinarität und berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Tumorzentren und Onkologischen Schwerpunkte in Baden-Württemberg und die Zertifizierung der Onkologischen Schwerpunktkrankenhäuser in Baden-Württemberg im Auftrag des Landesbeirates „Onkologie“ nach einem maßgeblich von ihm erstellten Kriterienkatalog bei.

Ein wesentlicher Baustein für die Qualität der onkologischen Versorgung bilden auch die Leitlinien der Onkologie, die Prof. Bamberg zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe mitentwickelte und diese Leitlinienkommission von 2008 – 2018 zehn Jahre lang als Vorsitzender leitete. „ Es darf nicht sein, dass ein Krebspatient in Kiel anders behandelt wird als in Konstanz, im Saarland anders als in Sachsen“, so Prof. Bamberg.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde das Thema der 38. Jahrestagung
-Versorgungs(un)gleichgewicht-  in der Onkologie durch Experten betrachtet. Frau Jana Linsky von der AOK Baden-Württemberg stellte die Herausforderungen und Einschränkungen der Versorger vor. Einen packenden Einblick in die Lage der Patienten lieferte Herr Dr. Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. durch Fallbeispiele. Herr Fessel aus dem Ministerium für Soziales und Integration sorgte für einen Überblick auf die politische Sicht.

Nach einer kurzweiligen Podiumsdiskussion bedankte sich Herr Prof. Dr. Martens, Vorstand des Krebsverbandes Baden-Württemberg, bei allen Beteiligten für die Organisation der diesjährigen ATO Tagung. Wir blicken auf einen interessanten Tag mit vielen spannenden Erkenntnissen zurück und freuen uns bereits auf die nächste ATO – Tagung.

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