ALL FOR THE BALLS #checkdichselbst

Gemeinsam gegen Hodenkrebs: VfB Stuttgart und Krebsverband starten Kooperation

Die Diagnose Hodenkrebs ist wie jeder Krebsbefund ein Schock. Etwa 600 Männer erkranken in Baden-Württemberg jährlich an der bösartigen Krankheit. Früherkennung kann die Heilung- und Überlebenschancen deutlich erhöhen. Eine monatliche Abtastung ist dafür oft ausreichend. Mit der Kampagne „Check dich selbst“ wollen der VfB Stuttgart und der Krebsverband BadenWürttemberg aufklären und zur Früherkennung beitragen.

Unterschiedliche Motive mit Slogans wie „All for the balls“, „Hands in the pants“ oder „Let’s talk about eggs“ sollen Männer ansprechen und für die Erkrankung sensibilisieren. Die VfB-Profis Borna Sosa, Waldemar Anton, Konstantinos Mavropanos und Florian Müller unterstützen die neue Kampagne, die auf Plakaten, Flyern, Social-Media-Kanälen rund um das Heimspiel des VfB gegen Hertha BSC am 8.11.2022 in der Mercedes-Benz Arena sichtbar wird.

„Hodenkrebs tritt besonders im jungen Alter auf“, sagt Ulrika Gebhardt, Geschäftsführerin des Krebsverbandes BadenWürttemberg. „Zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr ist Hodenkrebs der häufigste bösartige Tumor bei Männern. Deshalb freuen wir uns besonders über die Kooperation mit dem VfB. Die Profifußballer, die unsere Kampagne unterstützen, sind großartige Vorbilder.“

Wird der Tumor rechtzeitig erkannt, sind die Chancen für eine vollständige Heilung gut. Männer sind jedoch in punkto Gesundheitsvorsorge nachlässiger als Frauen. Deshalb zielt die Kampagne darauf, Männer zu ermutigen, bewusst mit ihrem Körper umzugehen und Veränderungen wahrzunehmen. Durch die jüngsten Hodenkrebserkrankungen bei Fußball-Profis wird auch im Profi-Fußball reagiert. So wird beim VfB-Stuttgart künftig für Hodenkrebs sensibilisiert. „Wir werden unsere Spieler und Trainer bei den regelmäßigen sportmedizinischen Untersuchungen aufklären und die Möglichkeiten der Früherkennung aufzeigen“, sagt der VfBMannschaftsarzt Prof. Dr. Dr. Heiko Striegel.

Die Kooperation zwischen dem VfB Stuttgart und dem Krebsverband BadenWürttemberg startet mit der Kampagne zur Hodenkrebs-Prävention. Perspektivisch wird die Zusammenarbeit genutzt, um gemeinsam zur Vorsorge und Früherkennung bei unterschiedlichen Tumorerkrankungen beizutragen. „Der Krebsverband zeichnet sich durch hohe Kompetenz und große Erfahrung in der Prävention aus. Diese Erfahrung und unsere Reichweite als Fußball-Bundesligist wollen wir gemeinsam nutzen, um aufzuklären und das Risiko zu senken, an Krebs zu erkranken“, sagt Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart.

 

Was ist Hodenkrebs?

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Hodenkrebs ist eine bösartige Geschwulsterkrankung des Hodens und tritt somit nur beim Mann auf. Bei Männern zwischen dem 20. und 45. Lebensjahr ist er der häufigste bösartige Tumor.

Ursächlich ist meist eine gestörte Reifung der Urkeimzellen, die bereits während der Embryogenese, also früh in der Schwangerschaft entstehen. Somit sind diese Veränderung und damit der Tumor meist angeboren, aber es gibt auch Risikofaktoren die einen Hodentumor triggern können.

Ein bekannter Risikofaktor für Hodentumore ist der Hodenhochstand, der so genannte Leistenhoden. Hierbei ist das Risiko, einen Hodenkrebs zu entwickeln, um das 15- bis 30-fache erhöht.
Ein anderer Risikofaktor, ist die genetische Komponente. So besteht ein doppeltes Risiko bei der Erkrankung des Vaters, ein vierfaches Risiko bei Erkrankung des Bruders und bis zu 20-faches Risiko bei Erkrankung eines Zwillingsbruders.

Das Wichtigste ist, dass eine Veränderung des Hodens so früh wie möglich erkannt und untersucht wird. Denn umso früher ein Tumor erkannt wird, desto besser kann er behandelt werden.

Anzeichen von Hodenkrebs

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Erster Hinweis auf Hodenkrebs ist in den meisten Fällen eine einseitige schmerzlose Anschwellung oder Verhärtung des Hodens. Begleitend kann eine Ansammlung von wässriger Flüssigkeit um den Hoden, eine Hydrozele, auftreten. Auch eine als Entzündung anmutende Veränderung kann Hinweis auf eine Krebserkrankung sein und bedarf daher weiterer Abklärung.

Erste Anzeichen auf einen Blick

     

  • eine tastbare, schmerzlose Verhärtung im Hoden
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  • eine Schwellung oder Schmerzen im Hodenbereich
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  • ein Schweregefühl oder ein Ziehen im Hoden oder in der Leiste
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  • ein Anschwellen oder Schmerzhaftigkeit der Brustdrüsen (einer oder beider Brüste)
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Bei fortgeschrittener Erkrankung können zudem Rückenschmerzen auftreten, die durch eine Vergrößerung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum hervorgerufen werden.

Wenn Sie solche Beschwerden bemerken, heißt das noch nicht, dass Sie an einer Tumorerkrankung leiden. Schmerzen und Schwellungen können auch durch gutartige Erkrankungen verursacht werden, z.B. eine Nebenhodenentzündung oder einen Wasserbruch. Dennoch sollten Sie die Beschwerden ernst nehmen und unbedingt einen Urologen aufsuchen.

Hodenselbstuntersuchung

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Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung für Hodenkrebs. Deshalb gilt: Regelmäßiges Abtasten ist wichtig!

Jungen und Männern zwischen 14 und 45 Jahren wird empfohlen die Hoden einmal im Monat abzutasten. Dies funktioniert gut im Stehen unter der warmen Dusche oder nach einem warmen Bad.

Halten Sie den Hodensack mit beiden Handflächen. So können Sie Daumen und Finger beider Hände für das Abtasten der Hoden benutzen.

Tasten Sie jetzt jeden Hoden einzeln ab. Auf der Rückseite hinten spüren Sie das weiche Gewebe der Nebenhoden. Sie speichern und transportieren die Samenflüssigkeit. Untersuchen Sie jeden Hoden auf Schwellungen, leichte Vergrößerung oder Änderung der Festigkeit. Wenn Sie etwas Ungewöhnliches feststellen, suchen Sie sofort Ihren Arzt auf.

Denken Sie daran: Je früher Hodenkrebs entdeckt wird, desto einfacher ist die Behandlung und desto besser sind die Heilungschancen!

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