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ATO - Tagung in Esslingen 2017

Am 10. November 2017 fand die 36. ATO-Tagung unter Federführung des Krebsverbandes Baden-Württemberg e.V. und des OSP - Esslingen statt.
Die Staatssekretärin Bärbl Mielich sowie der Bürgermeister der Stadt Esslingen, Ingo Rust freuten sich zu Beginn der ATO-Tagung ein Grußwort an die Gäste zu richten.
Als jährliche Veranstaltung steht die ATO für die kontinuierliche Weiterentwicklung der onkologischen Patientenversorgung mit allen beteiligten Berufsgruppen und Selbsthilfeorganisationen.
Um die Patientenorientierung im onkologischen Versorgungsgeschehen noch weiter zu stärken, war es uns ein großes Anliegen die wertvolle Arbeit der Selbsthilfegruppen in Form einer weiteren ATO-Arbeitsgruppe einzubinden.
Damit verfügt die ATO ab diesem Jahr über zehn Arbeitsgruppen. Zusätzlich fand der Workshop Selbsthilfe im Dialog in diesem Jahr bereits am Vortag der ATO- Tagung statt.
Das Thema hierfür lautete „Was brauchen Selbsthilfegruppen heute? – 25 Jahre Supervisionsangebot für die Selbsthilfe mit Krebs in Baden-Württemberg“.
In dem Workshop am Abend wurde rege diskutiert und konstruktive Lösungen gefunden.

Am Freitagmorgen hat die diesjährige Veranstaltung traditionell mit den Sitzungen der zehn unterschiedlichen  Arbeitsgruppen begonnen. In den Arbeitsgruppen wurden durch Referenten Impulsreferate gehalten. Anschließend hat die Arbeitsgruppe über die verschiedenen Sachverhalten und Problemstellungen diskutiert. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden am Nachmittag vorgestellt.

Forschungs- und Entwicklungspreis 2017

Der mit 5000 EUR dotierte Forschungs- und Entwicklungspreis des Krebsverbandes Baden-Württemberg e.V., wurde in diesem Jahr an das Projekt der Universitätsklinik Ulm „Wenn die Therapie auf die Nerven geht - Die Problematik der Chemotherapie Induzierten Polyneuropathie“ vergeben.

Die diesjährige Ausschreibung des Preises fand erneut eine erfreuliche Resonanz. Die eingereichten Beiträge waren von durchweg hoher Qualität und zeichneten sich durch ein hohes Maß an persönlichem Engagement und Kreativität aus. Umso höher ist die Leistung des interdisziplinären Forschungsteams von Pflege und Medizin der Universitätsklinik Ulm zu schätzen.

Die Preisträger stellten ihre Forschungsarbeit in einem kurzen Vortrag vor. In Erinnerung wird die Freude des Teams über die Auszeichnung sowie der Vergleich mit dem Nobelpreis bleiben.

Da die Entscheidung der Jury in diesem Jahr besonders eng ausgefallen ist, wurde ausnahmsweise zusätzlich ein Anerkennungspreis in Höhe von 500€ an
Matthias Villalobos, Oberarzt der Abteilung Internistische Onkologie der Thoraxtumoren an der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidleberg vergeben.

Er erhielt die Auszeichnung für das Projekt „Entwicklung eines longitudinalen, vorausschauenden Kommunikationskonzeptes für Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Lungenkarzinom und limitierter Prognose“.

Nutzenbewertung in der Onkologie - Die Podiumsdiskussion

Die ATO-Tagung selbst widmete sich in ihrer einzigartigen Struktur in diesem Jahr dem streitbaren Thema der „Nutzenbewertung in der Onkologie, Zentren im Spannungsfeld zwischen (politischen) Rahmenbedingungen und Patientenwunsch“.
Doch Nutzenbewertung was heißt das?
Dies wurde den Teilnehmern durch spannende Impulsreferate mit Sichtweisen aus den verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens (Politik, Krankenkassen etc.) verdeutlicht.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde beleuchtet, ob diese Bewertungen mit möglichen Einschränkungen nicht einen Eingriff in die Therapiefreiheit des behandelnden Arztes darstellen? Welche Konsequenzen hat diese Vorgehensweise für die Patienten? Wie geht es weiter mit neuen onkologischen
Therapien vor diesem Hintergrund? Welche Einflussmöglichkeiten gibt es?

Ulrika Gebhardt, Geschäftsführerin des Krebsverbandes Baden-Württemberg, bedankte sich bei allen Beteiligten für die hervorragende Organisation der diesjährigen ATO Tagung. Wir blicken auf einen interessanten Tag mit vielen spannenden Diskussionen zurück und freuen uns bereits auf die nächste ATO - Tagung am 23. November 2018 in Heidelberg.